Ein Update für Verkehrsplaner

Das A und O für die Verkehrsplaner bei der Anlegung eines Fahrradweges sind die Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA). Dort steht drin, wie ein Radgweg gebaut wird. Jedoch ist das Werk inzwischen 10 Jahre alt. Und damit genügt es auch nicht mehr den Anforderungen. Radwege müssen so sein, dass sich die Radfahrer auch subjektiv darauf sicher fühlen. Nun ist in Deutschland eine Diskussion über geschützte Radwege entbrannt, die einen finden sie unerlässlich, die anderen verteufeln sie.

Es wäre möglich, eine Verkehrsplanung wie in Kopenhagen durchzuführen und breite vom PKW-Verkehr getrennte Radwege anzulegen, wobei die Verkehrsplaner in Dänemarkt zugleich so mutig waren und auch etliche Parkplätze abgeschafft haben.

Aber was ist, wenn nicht genügend Platz vorhanden ist wie in den kleinteiligen Vierteln wie hier in Hamburg-Ottensen. Die Stadt Hamburg hat nun eine Veloroute durch dieses eng bebaute Viertel gebaut, die den Radverkehr fördern soll. Diese gibt auch bereits in anderen Stadtteilen. Sie sind sicherlich ein Gewinn. Aber die Anwohner werden nicht ihre Fahrräder bis zur Veloroute schieben und erst dort mit dem Radeln beginnen. Auch in den anderen Straßen des Viertels muss gefahrlose geradelt werden können.

Also wird man sich den Platz auf der Straße teilen müssen. Das geht aber nicht in der Weise, dass Busse, Laster, Lieferwagen und PKWs permanent die Radfahrer überholen, um sich einen vermeintlichen Streckenvorteil zu erarbeiten (der sich an der nächsten Ampel sowieso auf null reduziert). Hier ist ein Umstand anzuführen ein, der anerkanntermaßen die größte Auswirkung auf die Verkehrssicherheit und eine wesentliche Ursache für schwere Verletzungen hat. Dieser Umstand ist die Höchstgeschwindigkeit. Wenn alle sich maximal mit 30 km/h (und nicht mit „plus 10 % kann ich mir ja erlauben, denn das ist ja der Toleranzabzug bei der Geschwindigkeitsmessung“) fortbewegen würden, wäre eine Durchmischung des Verkehrs auf der Fahrbahn unproblematischer. Dann käme kein Busfahrer mehr auf die Idee, einen Radfahrer zu überholen, um 5 Sekungen früher an der 300 m weit entfernten Haltestelle anzukommen. Und die Radfahrer würden auch nicht mehr auf die Fußwege ausweichen.

Durchsetzen kann man eine Höchstgeschwindigkeit jedoch nur mit Kontrollen, wenn hier der Wille nicht existiert, wird das nichts. Es sollte aber dem Staat die Gesundheit und Sicherheit seiner Bürger im Straßenverkehr soviel wert sein, dass er in eine effektive Vekehrsüberwachungen investiert. Und ich wette, dass ein Verkehrstoter mit allen Folgekosten teurer ist als ein Überwachungsgerät mit allen Folgekosten.

Vorstehende Ausführungen können als Update für die Planungen jederzeit heruntergeladen werden.